Abschied - Floridablog - Central Florida

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Abschied

Herausgegeben von Edith in Reisen · 13/1/2015 12:42:00
Tags: florida
Nun sind sie vorbei, die 10 Wochen Florida. War bisher für mich der längste Aufenthalt und ganz klar zu kurz. Abgesehen von dem Jahr, als ich meinen Flugschein neu hatte und einen jungen, knackigen Surfer kennenlernte. Wir sind jeden Morgen zusammen geflogen und gingen nachmittags zum Strand. Surfen konnte er mir aber nicht mehr beibringen. Das war eine schöne Zeit, aber diese 10 Wochen waren mindestens ebenso schön. Ich habe ja früher immer geglaubt, ich würde mich in Florida langweilen, wenn ich in Rente bin und länger bleiben kann. Meinte immer, es gäbe ja nichts für mich zu tun. Anders als in Marokko. Aber da habe ich mich gründlich geirrt. Man braucht halt 1 – 2 Wochen, um reinzukommen, und dann ist ein normaler Urlaub schon fast rum. Die Highlights waren ganz sicher das Bootcamp und die Vogelbeobachtung, mit der ich meine Freunde hier ganz schön genervt habe. Aber es macht einfach zu viel Spaß, und ich hatte ja fast täglich eine neue Art gesichtet.
Aber auch andere Dinge waren schön. Zum Beispiel das First Turn. Es ging ganz schnell, dass ich dort bekannt war und man mein Getränk ungefragt vor mich stellte. Noch nie in Deutschland war ich jemals Stammgast in einer Kneipe. Man gehörte einfach dazu. Wie ja auch im Bootcamp, wo jeder gleich nett willkommen ist, egal ob jung oder alt, dick oder dünn. Am letzten Samstag gab es dort noch einen ganz großen Abschluss, ein Beachcamp mit über 100 Teilnehmern, die teils aus Orlando oder Tampa angereist kamen, nur um eine Stunde am Strand zu trainieren. Und obwohl ich ja immer fleißig mitgemacht habe, hatte ich danach doch Muskelkater. Waren halt wieder ganz andere Übungen. Das wird mir fehlen. Natürlich auch das Wetter.
Dann hatte ich mir überlegt, was ich mit meinem Haus mache. Es ist alt, ist ja ein Trailer, also kein aus Stein oder Holz gebautes Haus. Das man viel besser renovieren und verbessern könnte. Ich habe mich also entschlossen, mal einen Makler aufzusuchen, um zu sehen, was machbar ist. Natürlich hätte auch ich gern einen neuen Trailer oder eben ein richtiges Haus. Aber leider gehöre ich nicht zu den Reichen, konnte mir auch mit meinen Marokkobüchern noch nicht die berühmte goldene Nase verdienen, die mir angedichtet wurde, und ich wohne ja nicht in USA. Wäre es mein erster Wohnsitz könnte ich schon etwas mehr ausgeben.
Ich kam also zum Makler, er heißt Todd, und es klickte auf Anhieb, wir verstanden uns prima. Er gab mir eine Liste von Trailern, alle neuer als meiner. Ich schaute mir zunächst die Umgebung an. Es war ein gutes Viertel, gehobener als meines, aber es hat mir überhaupt nicht gefallen. Da wurde mir wieder klar, wie viel schöner mein Grundstück ist mit seinem verwunschenen, verwachsenen Teich hinter dem Haus, der die ganzen Wildtiere anzieht. Nein, hier will ich nicht weg. Auf das Grundstück einen neuen Trailer setzen zu lassen, wäre möglich, übersteigt aber meine Verhältnisse. Also ging ich wieder zu Todd. Und obwohl er nun mit mir nicht ins Geschäft kommt war er super nett und verständnisvoll. Und empfahl mir einen Handwerker. Er sagte, dass er nur wenige Empfehlungen abgibt, nur wenn er wirklich von den Leuten überzeugt sei. Und das sei er von Bob. Bob war inzwischen da und ich habe mich entschlossen, nun doch etwas in den Trailer zu investieren. Es wird einen neuen Fußboden geben und eine neue Dusche. Und das allertollste daran: es ist nicht nur sehr preiswert, Bob macht alles in meiner Abwesenheit. Todd sagte, ich kann ihm voll vertrauen.
Die letzten zwei Tage wollte ich dann meine Abreise vorbereiten, packen, Haus putzen und so. Aber es war doch sehr schwer, mich von den Vögeln zu trennen. Die kommen inzwischen ja in Scharen zu meinem Futterplatz. Es gibt nichts schöneres, als im Garten zu sitzen und sie zu beobachten. Ich kann ganz nah kommen, das stört sie nicht, die Gier ist größer. Und da sieht man dann auch so kleine Machtkämpfe. Zunächst saß mein Grauhörnchen wieder mitten im Körbchen. Dann kamen von mehreren Seiten die Rotschulterstärlinge, setzten sich auf die umliegenden Äste, schauten, bis das Grauhörnchen endlich aufgab. Da ich noch einige Vogelfotos hatte, die ich nicht identifizieren konnte, fand ich am letzten Tag ein Forum für Vogelliebhaber. Das war dann die Entdeckung. Die Leute dort kennen wirklich alles und sind sehr hilfsbereit.
Ach, wenn es doch schon wieder so weit wäre …


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