Vögel am Strand - Central Florida

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Tiere
Bei den Möwen wird es schon schwieriger. Ich habe drei Arten entdeckt. Die überwiegende Masse sind die im englischen „laughing gull“ genannten Möwen, die merkwürdigerweise bei uns Aztekenmöwen heißen, während die in Deutsch Lachmöwe genannte Art eine ganz andere ist. Kompliziert macht das Erkennen aber die Tatsache, dass es unter den Aztekenmöwen sehr viele unterschiedliche Ausprägungen gibt. Die Möwen brauchen drei Jahre bis sie erwachsen sind und wechseln in dieser Zeit ihr Aussehen und Farbe stark. Am Anfang sind sie eher braun gesprenkelt, erst ab dem dritten Jahr bekommen sie einen weißen Bauch und einen grauen Rücken. Die schwarzen Schwanzfedern schmücken weiße Punkte. Aber immer haben sie schwarze Beine und Füße. Noch verwirrender aber ist, dass die offiziellen Fotos meist das prachtvolle Sommerkleid zur Brunst tragen, dabei haben die Möwen einen schwarzen Kopf und einen roten Schnabel, während der Kopfbereich im Winter heller wird, mal ganz weiß, mal gesprenkelt, und der Schnabel schwarz wird, zuweilen bleibt nur an der Spitze ein roter Punkt.
Die zweitstärkste Gruppe sind die Ringschnabelmöwen . Sie sind leicht zu erkennen, obwohl die erwachsenen Tiere an Rücken, Bauch und Schwanz ähnlich wie die Aztekenmöwen gemustert sind, auch die Größe ist ähnlich. Aber der große Unterschied sind die gelben Beine und Füße und der gelbe Schnabel, der an der Spitze von einem schwarzen Ring umgeben ist. Auch hier sind die Jungtiere braun gemustert, aber immer durch Schnabel und Beine von den Aztekenmöven zu unterscheiden.
Während diese beiden Gruppen meist auf dem Sand kurz vor den Wellen stehen, sieht man vereinzelte Möwen im flachen Wasser stehen, die durch ihre Größe auffallen, sie wirken fast wie große Hühner. Es ist die
amerikanische Silbermöwe , die ob jung oder alt leicht an ihrer herausragenden Größe und den fleischfarbenen Beinen zu erkennen ist. Die ausgewachsenen Vögel sind farblich ähnlich wie die beiden anderen Möwengruppen, grauer Rücken, weiß gepunkteter Schwanz, weißer Bauch, nur die Beine sind fleischfarben. Und merkwürdigerweise gibt es sehr wenige ausgewachsene Tiere, sondern viel mehr Juvenile, die bräunlich gesprenkelt sind.
Neben diesen drei Möwenarten gibt es noch Seeschwalben, allerdings in geringerer Anzahl. Die Königsseeschwalbe ist leicht an ihrem leuchtend orangefarbenen Schnabel und der wild aussehende schwarzen Haube zu erkennen und kommt in kleinen Gruppen vor. Sehr selten zu Besuch, da sie eher an der Westküste zu Hause ist, ist die Brandseeschwalbe . Auch sie hat die schwarze Haube und ähnliche Größe und Form wie die Königsseeschwalbe, ist aber der Schnabel ist schwarz und macht sie sehr viel unscheinbarer. Trotz der gelben Spitze. Und dann gibt es noch einen richtigen Exoten, den Schwarzmantel-Scherenschnabel . Er hält sich vor allem bei Ponce Inlet, am Ausgang des Halifax River zum Atlantik auf. Ein sehr hübscher Kerl in Möwengröße, der sofort an seinem großen Schnabel in orange und schwarz zu erkennen ist, auch die Beine sind leuchtend orange.
Nur selten sieht man zwischen all diesen Strandläufern den Schlammtreter , er fällt schon durch sein unscheinbares Aussehen kaum auf und gehört in eine andere Kategorie. Er tritt meist einzeln auf und sucht in den flachen Wellen nach Futter. Eine absolute Ausnahme ist der Eistaucher . Die im Aussehen an eine Ente erinnernde Art brütet in der Tundra und im borealen Nadelwald im nördlichen Nordamerika, in Grönland und auf Island und überwintert an den Küsten Nordamerikas und Europas, kommt nur selten bis nach Florida. Es gehört schon viel Glück dazu, einen zu beobachten, wie geschickt er in die Wellen taucht, um nach Fischen zu suchen.
Und dann ist da noch mein Lieblingsvogel, der Bootsschwanz-Grackel . Eigentlich hat er doch als normaler Vogel nichts am Strand verloren und sollte im Landesinnern nach Beeren und Insekten suchen. Aber er, der von weitem fast wie eine schwarze Krähe aussieht, leistet sich auch gerne mal einen kleinen Fisch oder Krebs. Und erst von nahem sieht man dann das tiefblau schimmernde Gefieder. Sein Weibchen dagegen ist kleiner, rundlicher und braun.
Dann gibt es noch zwei Vogelarten, die ab und zu tagsüber kommen und da am liebsten bei den Anglern sitzen und warten, dass ein paar Bissen für sie abfallen. Das ist zum einen der Schneereiher , leicht an seinen schicken schwarzen Beinen mit gelben Füßen zu erkennen, auch der Schnabel ist gelb-schwarz. Der Körper ist komplett weiß und wenn es heftig windet plustert sich ein Häubchen auf, das ihm ein lustiges Aussehen verleiht. Der Silberreiher ist größer, hat einen gelben Schnabel und schwarze Beine und Füße. Genau wie auch der Pelikan sitzen sie geduldig bei den Anglern und hoffen auf Leckerbissen, nicht nur am Strand, sondern auch an den Flüssen und Seen.
Dies waren nun 14 verschiedene Vögel, die ich am Strand gefunden habe. Wer sich dafür interessiert und auch ohne eine Reise nach Florida mehr darüber wissen will findet diese und noch viel mehr in meiner Guidewriter app „Central Florida Guide“.
 
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